Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt

18. April 2007 – D. L.


Vorfall

D. L. nimmt an einem Freiwilligenaustausch, der im Rahmen eines Vereins organisiert ist, teil und leistet einen Freiwilligendienst in Bayern. Er ist am 18. April 2007 gemeinsam mit vier weiteren Freiwilligendienstleistenden zu Besuch in Berlin. Gegen 18.00 sind die vier jungen Männer am S-Bahnhof Friedrichstraße und versuchen von dort aus einen Zug zu nehmen. Da dieser in wenigen Minuten fährt bewegen sich die jungen Männer in erhöhtem Tempo die Rolltreppe hoch. Plötzlich wird D. L. durch vier PolizeibeamtInnen (die sich ausweisen) und einen Sicherheitsangestellten angehalten. Nachdem man D. L. erklärt, dass er als potenzieller Terrorist verdächtigt werde, fordert man ihn auf sich auszuweisen. D. L. zeigt nicht nur seine Aufenthaltsgenehmigung und seinen Pass vor, sondern ebenfalls die Teilnahmebescheinigung für das Freiwilligendienstprogramm. Trotzdem schreien die Beamten ihn nicht nur an, sondern „befragen“ ihn weitere 30 Minuten in aggressiver Weise; dies alles vor den Augen zahlreicher PassantInnen. Der Versuch von Begleitern D. L.s, die Situation zu entschärfen, misslingt, trotz dessen auch diese sich ausweisen und die Aussagen des jungen Mannes bestätigen. Erst als ein vierter Freiwilligendienstleistender dazukommt, der etwas besser deutsch spricht, wird D. L. entlassen. Eine Entschuldigung bleibt aus.

Weiterführende Informationen

Der Verein, der den Freiwilligenaustausch organisiert hat, stellt eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Polizeipräsidenten Berlin und setzt die Fraktionsvorsitzenden des Berliner Abgeordnetenhaus von dem Vorfall in Kenntnis.

Rassistische Motivation

Hautfarbe, unterstellte Herkunft, Sprache

(vgl. Akte ReachOut: Dienstaufsichtsbeschwerde)

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