15. Oktober 2007 – E. K.
Vorfall
Am frühen Abend möchte E.K. einen Freund im Prenzlauer Berg besuchen. Als er in dessen Haus ankommt, bemerkt er im Treppenhaus zwei Polizeibeamte. Obwohl irritiert, versucht E.K. an Beiden vorbeizugehen, wird aber aufgehalten und nach seinen Ausweispapieren gefragt. Völlig perplex lässt er die Beamten wissen, dass er sich lediglich durch einen Führerschein und Studentenausweis ausweisen könne. Obwohl einer der Beamten seine Angaben vom Führerschein beginnt abzuschreiben, befragt der andere ihn weiter, diesmal nach seinem Schlüsselbund. Auch diesen zeigt er hervor und händigt ihn, nachdem sich einer der Beamten Handschuhe angezogen hat, aus. Die Situation kommt E.K. völlig abstrus vor. Schockiert ist er allerdings erst, als die Beamten versuchen mit einem seiner Schlüssel die Wohnungstür seines Freundes zu öffnen. Ratlos fragt er, was vor sich ginge, woraufhin sich einer der Beamten zu E.K. umwendet, ihn auf seine geöffneten Handflächen schlägt und eine Sekunde später eine Waffe auf ihn richtet. Plötzlich schießt E.K. durch den Kopf, dass die beiden Personen vielleicht keine echten Polizisten seien, sondern Räuber. Er versucht die Treppe hinunter zu laufen, wobei er sich im Abstoßen gegen eine Scheibe stemmt, die zu Bruch geht. In dieser Sekunde öffnet E.K. s Bekannter die Wohnungstür, woraufhin der Beamte die Waffe wegsteckt aber mit einem Reizgasspray die Verfolgung aufnimmt. E.K. ruft völlig panisch den Notruf der Polizei. Es gibt eine verbale Auseinadersetzung, in dessen Verlauf einer der Beamten immer wieder nach E.K. schlägt. Plötzlich taucht ein Pärchen im Treppenhaus auf. Im Gespräch zwischen den Beamten und dem Pärchen wird deutlich, dass deren Auto aufgebrochen und dabei ein Wohnungsschlüssel abhanden gekommen sei. Nun dämmert es E.K. dass man ihn, der zufällig aufgetaucht war, für den Autoeinbrecher gehalten hatte. Völlig verwirrt beginnt er sich nun für das Missverständnis zu entschuldigen und ebenso dafür, dass er die Situation nicht gleich verstanden habe. Man muss an dieser Stelle nochmals bemerken. E.K. war völlig unschuldig! Trotz dieses Versuchs der Deeskalation bemerkt einer der Beamten, dass er die Situation persönlich nehme und dass E.K noch sehen wird, was er mit ihm machen werde. Schließlich, so sagte er weiter, hätte er ja selbst die Entscheidung getroffen, von Afrika nach Deutschland zu kommen.
Rassistische Motivation
unterstellte Herkunft
Strafrechtlicher Verlauf
Die Beamten stellen Strafanzeige wegen Beleidigung und Körperverletzung. Eine Beschwerde E.K.s bleibt nahezu unbeantwortet.
(vgl. Akte ReachOut: Gedächtnisprotokoll)
