Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt

10. Februar 2008 – L. C.


Vorfall

Am 10. Februar 2008 ist der ehemalige Staatspräsident Israels in Berlin zu Besuch, weshalb in der gesamten Stadt weitreichend Straßen gesperrt werden. Auch die Wichertstraße ist von der Sperrung betroffen. Als L.C. am späten Abend in ihre Wohnung in eben dieser Straße möchte wird sie durch mehrere Polizeibeamte aufgehalten. Frau C. ist derartige Absperrungen in ihrem Wohngebiet gewohnt und weist sich sofort durch ihre Personaldokumente und ihre Meldebestätigung aus. Sie hofft dass man ihr begleitet den Zutritt zur Wohnung gestattet. Die Polizisten aber lehnen ab und fordern sie auf 30 Minuten zu warten. Der Hinweis, dass sie es bei früheren Absperrungen kennen gelernt habe, zu ihrer Wohnung begleitet zu werden, wird ignoriert. Der Ton der Beamten wird nun immer lauter und bedrohlicher. L.C. möchte nun die Dienstnummern der Beamten ausgehändigt haben. Während ein Beamter der Bitte nachkommt, weigert sich der Zweite. Um einen Stift zum Schreiben in ihrer Handtasche zu suchen geht Frau C. hinter die Absperrung und stützt sich am dort abgestellten Polizeiwagen ab. Plötzlich kommt ein Polizist und drückt sie gegen das Auto. Völlig irritiert versuch L.C. sich zu wehren, woraufhin noch mehr Beamte hinzukommen und sie gewaltsam festhalten. Sie wird nun abgetastet und ihre Tasche durchsucht. Als man ihre Personaldokumente findet, kommentiert ein Beamter, dass man den Vornamen nicht vom Nachnamen unterscheiden könne und stellt dann fest: „Shit, auch noch ne Iranische.“ Nachdem man sie überprüft hat wird sie wieder hinter die Absperrung geschickt mit der Aufforderung 30 Minuten zu warten. Der wiederholten Bitte nach den Dienstnummern kommen die Beamten nach. Einen Stift gibt man Frau C. nicht. Sie wird die Dienstnummern mit ihrem Kajalstift notieren. Frau C. lässt sich die Folgen der gewalttätigen Situation noch am selben Abend im Krankenhaus attestieren.

Weiterführende Informationen

Frau C. formuliert gegen das Verhalten der involvierten Beamten eine Dienstaufsichtsbeschwerde.

Rassistische Motivation

unterstellte Herkunft

Strafrechtlicher Verlauf

Die PolizistInnen stellen Strafanzeige wegen Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

(vgl. Akte ReachOut: Dienstaufsichtsbeschwerde, Unterlagen des ADNB des TBB)

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