15. Juni 2008 – J. C.
Vorfall
Als am 15.06.2008 die türkische Fußballnationalmannschaft im Rahmen der Weltmeisterschaft gewinnt feiern die Menschen auch in der Bülowstraße. J.C. ist ebenfalls auf der Straße und befindet sich in der Nähe einer Situation, in der Polizeibeamte einen Mann verfolgen, der zuerst auf einem Motorrad unterwegs ist und später zu Fuß in den U-Bahnhof flüchtet. Völlig unerwartet stößt eine Zivilstreife zu dem Geschehen und überfährt mit ihrem Dienstfahrzeug den jungen Mann. J.C. liegt unter Schmerzen auf der Straße. Die Beamten springen aus dem Auto, pressen J.C. weiter zu Boden und legen ihm brutal Handschellen an. Der Hinweis des Opfers, sein Bein wäre gebrochen und er sei verletzt, wird ignoriert. Erst nach der Intervention des Bruders, der den Vorfall mit angesehen hatte, wird neben einem zur Verstärkung angeforderten Mannschaftswagen auch ein Krankenwagen gerufen. Dem Bruder wird trocken mitgeteilt, dass man vor der Polizei nicht flüchte, schon gar nicht, wenn man dabei eine türkische Fahne in der Hand halte. Jetzt wird deutlich, dass es sich um eine Verwechslung handelte: die Beamten waren davon ausgegangen, dass es sich bei J.C. um den flüchtigen Mann im U-Bahnhof handelte.
Weiterführende Informationen
Im Laufe der Ermittlungen wird die Polizei von einem “bedauerlichen Unfall” sprechen.
Rassistische Motivation
unterstellte Herkunft
Strafrechtlicher Verlauf
J.C. stellt Strafanzeige gegen die beteiligten PolizeibeamtInnen wegen Körperverletzung im Amt.
(vgl. Akte ReachOut: Strafantrag des VBMDU e.V. vom 17.06.2008, Unterlagen an die Versicherung)
