Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt

02. September 2009 – F. L.


Vorfall

Herr L. ist am 2. September mit dem Fahrrad unterwegs zu einem Berliner S-Bahnhof, als kurz vor dem Bahnhofsgelände ein PKW neben ihm hält. Völlig unvermittelt steigen zwei Männer aus dem Wagen, reißen ihn vom Fahrrad und beginnen Herrn L. ohne jede Erklärung zu schlagen. Immer wieder rufen die Männer, er solle Deutsch sprechen, aber Herr L. kann hierauf nicht reagieren. Dann wird er auf den Boden geworfen, seine Hände werden gefesselt und seine Augen verbunden. Ein zweiter PKW kommt hinzu. Wieder und wieder wird er geschlagen. Herr L. hat Todesangst. Nach Minuten hebt man ihn gewaltsam hoch und wirft ihn in ein Auto. Er hat keine Ahnung, wo man ihn hinbringen wird.

Auf einer Wache in Henningsdorf werden ihm erst die Handschellen, und schließlich, ca. 10 Minuten später, die Augenbinde entfernt. Erst hier erklärt man ihm, dass er des Diebstahls verdächtigt wird. Aber Herr L. hat nichts gestohlen.

Weiterführende Informationen

Die Polizeibeamten verständigen keinen Krankenwagen, trotz der Verletzungen. Erst später kann sich Herr L. ärztlich behandeln lassen.

Rassistische Motivation

unterstellte Herkunft

Strafrechtlicher Verlauf

Herr L. zeigt die Polizeibeamten wegen „Körperverletzung im Amt“ an.

(vgl. Akte Reach Out: Gedächtnisprotokoll)

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