Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt

25. Mai 2010 – B. A.


Vorfall

Am späten Nachmittag des 25. Mai 2010 steht B.A. am Tempelhofer Damm und telefoniert. Völlig unvermittelt wird er von vier Männern angegriffen, einer reißt ihm das Handy aus der Hand, ein anderer wirft ihn zu Boden. Erst geht B.A. von einem Neonazi-Angriff aus, doch als ihm plötzlich Handschellen angelegt werden, wird ihm gewahr, dass es sich bei den Angreifern um Polizisten handeln müsse. Einer der Männer kniet auf seinem Rücken, so dass B.A. keine Luft mehr bekommt. Man befiehlt ihm nicht zu sprechen. Er wird vom Boden hochgezerrt und in einen parkenden PKW gestoßen. Man durchsucht seinen Jacke nach Personalien. Immer wieder fragt man ihn, woher er sein mitgeführtes Geld habe. B.A. versteht all das nicht. Nun kommen zwei weitere Polizeiwagen hinzu, mit weiteren Beamten. Nach Minuten werden seine Handschellen geöffnet und man weist ihn an zu gehen. Auf seine Frage, warum er geschlagen wurde, antwortet ein Beamter aggressiv: “Wir haben jemanden gesucht, du hast hier gestanden und mit dem Handy telefoniert, in dem Moment hast du uns angeschaut und das war verdächtig.” Und auf die Frage hin, ob das normal sei, was man mit ihm gemacht hätte, antwortete ein weiterer Beamter: “Ja, das ist normal!”.

Weiterführende Informationen

B. A. wird am linken Auge verletzt.

Rassistische Motivation

unterstellte Herkunft

Strafrechtlicher Verlauf

B. A. erstattet Anzeige gegen die Polizisten.

(vgl. Akte Reach Out: Gedächtnisprotokoll)

Mai 25, 2010 | Chronik | Keine Kommentare 

12. April 2010 – A. P.


Vorfall

Am frühen Morgen sind die Kinder von Herrn P. allein zu Hause (er und seine Frau arbeiten bereits), als es plötzlich an der Tür klingelt. Die kleine elfjährige Tochter öffnet und mehrere Beamte verlangen Zutritt zur Wohnung. Die Kleine weckt ihre 19-jährige Schwester, die ihren Vater anruft. Auch der Sohn ist schon wach, da er sich für die Schule fertig machen muss. Herr P. verlangt von den Beamten, die Wohnung nicht zu betreten, bis er eintrifft. Als er aber einige Minuten später zu Hause ankommt, sind die Beamten bereits drin. Herr P. ist in Sorge um seine Kinder und reißt einer Beamtin den ihm vorgehaltenen Durchsuchungsbeschluss im Vorbeigehen aus der Hand, bevor er durch den Wohnungsflur eilt auf der Suche nach ihnen. Doch er wird durch einen Beamten aufgehalten. Herr P. verbietet sich das und fragt nach der Zulässigkeit des Vorgehens. Nun wird er durch zwei Beamte angegriffen und zu Boden geworfen. Sie schlagen mit Fäusten auf ihn ein und legen ihm Handschellen an. Herr P. bekommt keine Luft und schreit vor Schmerzen. Sein Sohn, der versucht zu seinem Vater zu gelangen, wird gegen eine Badezimmerwand gedrückt und aufgehalten. Seiner großen Schwester gelingt es bis zu ihm vorzudringen, aber sie wird geschubst und kann nichts ausrichten. Im Affekt sie einem Beamten in den Arm. Ihr gelingt es einen Notarztwagen und den Anwalt der Familie zu informieren. Ein Arzt trifft ein, ist allerdings derart kaltschnäuzig (mehrfach verlangt er, Herr P. solle trotz der großen Schmerzen und der Fesselung aufstehen), dass Herr P. eine Behandlung ablehnt.

Nach der Durchsuchung werden Herr P. und seine Tochter in Handschellen abgeführt. Die 19-jährige fühlt sich tief gedemütigt. Beide werden auf einer Polizeiwache in verschiedene Zellen gesperrt und erkennungsdienstlich behandelt. Obwohl Herr P. starke Schmerzen hat, wird seine Bitte nach einem Arzt ignoriert. Nach Stunden können sie das Revier verlassen.

Weiterführende Informationen

Die Familie ist dermaßen schockiert, dass sie sich psychotherapeutisch behandeln lassen muss.

Rassistische Motivation

unterstellte Herkunft

(vgl. Akte Reach Out: Gedächtnisprotokolle von Herrn P. und seinen Kindern)

April 12, 2010 | Chronik | Keine Kommentare 

17. Februar 2010 – F. M.


Vorfall

Polizisten des Abschnitts 56 wird vorgeworfen, am U-Bahnhof Parchimer Allee den 21-jährigen F.M. festgenommen und dabei massiv verletzt zu haben. Die Beamten sollen dem jungen Mann einen Platzverweis ausgesprochen haben wegen unerlaubten Handels. Nach ihren Angaben sei E.L. geflüchtet und habe sich bei einem Sturz von einer Treppe Verletzungen zugezogen. Schließlich sei er aber von den Beamten doch in einen Streifenwagen verbracht worden. Weiterlesen …

Februar 17, 2010 | Chronik | Keine Kommentare 

16. Februar 2010 – H. B.


Vorfall

Im Prenzlauer Berg wird H.B. unter dem Vorwand einer Kontrolle von zwei Bundespolizeibeamten festgenommen. Der junge Mann handelte mit Zigaretten. Er wird in den Dienstwagen der Polizisten gezwungen, dort körperlich misshandelt und schließlich zu einer unzulässigen Geldstrafe in Höhe von 500 Euro wegen angeblich gefälschter Personalpapiere genötigt. Weiterlesen …

Februar 16, 2010 | Chronik | Keine Kommentare 

04. Januar 2010 – E. L.


Vorfall

Am Abend des 04. Januar ist E.L. in der Lausitzer Straße in Berlin Kreuzberg unterwegs. Er kommt von einer Geburtstagsfeier und ist auf dem Weg nach Hause. An einem Kiosk hält er an, um Tabak zu kaufen. Kurz vor einer Bushaltestelle wird er von Männern in Zivil gestoppt, die sich als Polizeibeamte zu erkennen geben, ohne sich jedoch auszuweisen. Ohne eine Erklärung fordern sie ihn auf, sie zu ihrem Dienstwagen zu begleiten, wo er durchsucht wird. Weiterlesen …

Januar 4, 2010 | Chronik | Keine Kommentare 

03. Januar 2010 – Q. A.


Vorfall

Am Abend des 03. Januar ist Q.A. in der Wiener Straße in Berlin Kreuzberg unterwegs. Als Personen in Zivil auf ihn zutreten, die sich als Polizeibeamte zu erkennen geben und nach seinen Ausweispapieren verlangen. Q.A. zeigt seine Aufenthaltsdokumente. Die Beamten fordern ihn auf sich auf den Boden zu legen, was Q.A. aber verneint, da Schnee und Eis liegt. Die Beamten treten ihm daraufhin in die Knie, Q.A. fällt in den Schnee und ein Beamter presst sein Knie in dessen Rippen. Weiterlesen …

Januar 3, 2010 | Chronik | Keine Kommentare 

04. November 2009 – K. D.


Vorfall

Frau K. ist am Abend des 4. November mit ihrem Fahrrad unterwegs. An einer Straßenüberquerung wird sie durch einen Autofahrer geschnitten, so dass ihr Fahrradkorb sich löst und einen Kratzer am Auto hinterlässt. Der Fahrer fordert sie auf, sofort eine Schadenersatzzahlung in Höhe von 100 Euro zu leisten, aber Frau K. besteht darauf die Polizei zu verständigen. Die eintreffenden Beamten lassen sich vom Autofahrer das Geschehen beschreiben, Frau K. wird indes nicht befragt. Nur ihre Personalpapiere werden verlangt. Da Frau K. diese nicht bei sich führt, bestehen die Beamten darauf sie zu ihrer Wohnung zu begleiten. Das Fahrrad muss sie an Ort und Stelle anschließen. Flankiert von den Beamten erreicht Frau K. ihr Wohnhaus. Sie fühlt sich gedemütigt. Im Treppenhaus schließlich entreißt ein Beamter ihr ohne Grund die Tasche, während ein anderer ihr plötzlich Handschellen anlegt und sie wieder zur Straße bringt. Nun fährt man mit ihr auf eine Polizeiwache in Spandau, ohne Abgabe irgendeiner Erklärung.

Frau K. wird in eine Zelle gesperrt. Man müsse ihre Personalien überprüfen. Auch wird sie erkennungsdienstlich behandelt und Blut wird ihr abgenommen. Sie hört, wie sich die Beamten lustig über sie machen.

Als Frau K. am nächsten Morgen entlassen wird, lässt sie sich sofort im Krankenhaus untersuchen. Ihr Körper schmerzt von der Behandlung durch die Beamten. Sie trägt eine Rippenprellung davon.

Rassistische Motivation

unterstellte Herkunft

Strafrechtlicher Verlauf

Frau K. wird durch die Polizeibeamten angezeigt.

(vgl. Akte Reach Out: Gedächtnisprotokoll)

November 4, 2009 | Chronik | Keine Kommentare 

02. September 2009 – F. L.


Vorfall

Herr L. ist am 2. September mit dem Fahrrad unterwegs zu einem Berliner S-Bahnhof, als kurz vor dem Bahnhofsgelände ein PKW neben ihm hält. Völlig unvermittelt steigen zwei Männer aus dem Wagen, reißen ihn vom Fahrrad und beginnen Herrn L. ohne jede Erklärung zu schlagen. Immer wieder rufen die Männer, er solle Deutsch sprechen, aber Herr L. kann hierauf nicht reagieren. Dann wird er auf den Boden geworfen, seine Hände werden gefesselt und seine Augen verbunden. Ein zweiter PKW kommt hinzu. Wieder und wieder wird er geschlagen. Herr L. hat Todesangst. Nach Minuten hebt man ihn gewaltsam hoch und wirft ihn in ein Auto. Er hat keine Ahnung, wo man ihn hinbringen wird.

Auf einer Wache in Henningsdorf werden ihm erst die Handschellen, und schließlich, ca. 10 Minuten später, die Augenbinde entfernt. Erst hier erklärt man ihm, dass er des Diebstahls verdächtigt wird. Aber Herr L. hat nichts gestohlen.

Weiterführende Informationen

Die Polizeibeamten verständigen keinen Krankenwagen, trotz der Verletzungen. Erst später kann sich Herr L. ärztlich behandeln lassen.

Rassistische Motivation

unterstellte Herkunft

Strafrechtlicher Verlauf

Herr L. zeigt die Polizeibeamten wegen „Körperverletzung im Amt“ an.

(vgl. Akte Reach Out: Gedächtnisprotokoll)

September 2, 2009 | Chronik | Keine Kommentare 

01. August 2009 – F. K.


Vorfall

Gemeinsam mit Freunden ist Dr. K. im Volkspark Friedrichshain. Die Gruppe trifft sich jedes Jahr zum Feiern und zum Austausch. Sie haben einen Musikgenerator dabei, der fröhliche Töne spielt. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung. Gegen 15.00 Uhr kommt ein Mann auf die Gruppe zu und fragt, ob eine Genehmigung zur Benutzung des Generators vorläge. Obwohl er keine Berechtigung besitzt zur Erfragung solcher Tatsachen, macht er deutlich: „Es ist bei uns üblich, für Veranstaltungen Genehmigungen haben zu müssen.“ Dr. K. greift nun in die Szene ein und lässt den Mann wissen: „Du solltest froh sein, dass Du an uns geraten bist und nicht an andere, die hätten Dir schon längst ein Messer in den Bauch gerammt.“ Weiterlesen …

August 1, 2009 | Chronik | Keine Kommentare 

09. Juni 2009 – D. R.


Vorfall

Über die studentische Arbeitsvermittlung ist D.R. als Sicherheitskraft zur Bewachung eines Geländes in Tiergarten eingesetzt. An seinem ersten Arbeitstag steht er vor einem verschlossenen Bauwagen – Büro, weshalb er versucht seinen Chef anzurufen. Fälschlicherweise wählt er die Telefonnummer eines Polizeibeamten, die ihm sein Chef gegeben hatte, falls er in Schwierigkeiten käme. Dem Beamten erklärt er die Situation und gemeinsam kann das Missverständnis aufgelöst werden. Der Beamte ist nun in Kenntnis über D.R.s Identität und seinen Arbeitsauftrag auf dem Gelände. Weiterlesen …

Juni 9, 2009 | Chronik | Keine Kommentare 

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