Berater über rassistische Polizeigewalt: „Man kann der Polizei nicht trauen“

Berater über rassistische Polizeigewalt: „Man kann der Polizei nicht trauen“

taz | 14. 3. 2020 | Julia Wasenmüller | https://taz.de/Berater-ueber-rassistische-Polizeigewalt/!5671660/

Immer wieder sterben Schwarze Menschen und Menschen of Color in Gewahrsam oder durch Polizeischüsse, sagt Biplab Basu. Aufgeklärt werde das selten.

taz: Herr Basu, die Recherchegruppe von „Death in Custody“ hat 138 Fälle seit 1993 dokumentiert, in denen von Rassismus betroffene Menschen in Gewahrsam gestorben sind. Wie kam sie an diese Informationen?
Biplab Basu: Zum Thema Tod in Gewahrsam gibt es keine offiziellen Statistiken und die Beschäftigung mit dieser Art von institutioneller Gewalt ist neu. Bei den 138 Getöteten handelt es sich um Fälle, über die in verschiedenen Zeitungen, dem Bürgerrechtsmagazin Cilip sowie von der Dokumentationsstelle Antirassistische Initiative berichtet wurde.

Glauben Sie, das sind wirklich alle Fälle?
Wir gehen davon aus, dass es eigentlich noch viel mehr Fälle sind. Aber da wir keinen Zugang zu den Archiven von Tageszeitungen haben, können wir die Recherchen nicht selbst in die Hand nehmen. Ein weiterer Anhaltspunkt für uns war das taz-Dossier zu tödlichen Polizeischüssen aus dem Jahr 2017. Ausgehend von dieser Veröffentlichung haben wir uns spezifisch mit den Getöteten beschäftigt, die von Rassismus betroffenen waren. weiterlesen