Freispruch für Ajak B. - Juristischer Kampf gegen rassistische Kriminalisierung erfolgreich!

Freispruch für Ajak B. - Juristischer Kampf gegen rassistische Kriminalisierung erfolgreich!

Chronikeintrag (S. 291)

Am 26.07. waren wir als Prozessbeobachter*innen beim Amtsgericht Tiergarten. Verhandelt wurde angeblicher Drogenbesitz - und Handel am Görlitzer Bahnhof im März 2019. Wir nennen es rassistische Kriminalisierung!

Keiner der geladenen Zeugen konnte den Angeklagten identifizieren. Die Verteidigerin appellierte in ihrem Plädoyer vehement darauf, strukturellen Rassismus ins Auge zu fassen und zu bekämpfen. Obwohl sie individuelle Beteiligte explizit nicht adressierte oder beschuldigte, zeigte der vorsitzende Richter große innere Widerstände gegen die Benennung von strukturellem Rassismus. Er relativierte den Freispruch im Nachgang durch seine Ausführungen und stellte sich unnötigerweise verteidigend vor den Polizisten. Er bestätigte, was wie so oft offensichtlich war. Wir freuen uns sehr über den Freispruch und stehen solidarisch an der Seite des Betroffenen.