
Am Mittwoch, den 30.07.2014 steht eine Supporterin der Tent Action vor dem Landshuter Verwaltungsgericht. Dies, da sie im Mai 2013 ein Polizist so heftig aus der Polizeistation gestoßen hatte, dass Sie mehrere Verletzungen davontrug. Die polizeiinternen Untersuchungen gegen den Beamten wurden vor ca. einem Monat eigestellt. Als Begründung dient die Aussage, dass der Hergang nicht mehr rekonstruierbar sei. In selbiger Sache wird nun aber die Supporterin vor Gericht stehen – als Angeklagte.
Der bevorstehende Gerichtstermin, welcher um 7:45 morgens beginnt, war bereits im Vorfeld schon 2mal äußerst kurzfristig verschoben worden. Grund hierfür war das plötzliche Erkranken des zuständigen Richters. Ob dies sowie die freundiche Uhrzeit von 7:45 staatliche Schikane ist, bleibt Spekulation.
Fakt sind die Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes. Hierbei geht hervor, dass z.B. im Jahr 2010 Polizeibeamt_innen an 2.133 Personen rechtswidrige Gewalt ausgeübt haben. In 93% der Fälle wurde das Verfahren eingestellt. Wie hoch die Dunkelziffer jener Fälle ist, welche nicht in der polizeilichen Statistik auftauchen, bleibt ebenfalls Spekulation. Sicher ist, dass die Zahl weitaus höher sein muss.
Der Politikwissenschaftler Peer Heinelt wird am Vorabend im Rahmen seines Vortrages das Verhältnis von Staat, Gewalt und Polizei genauer betrachten. Am nächsten Morgen sind alle Interessierten eingeladen dem Verfahren beizuwohnen sowie im Anschluss an der Kundgebung teil zu nehmen. Hier wird neben Reden auch der Dokumentarfilm „ID-WITHOUTCOLORS“ gezeigt.